Info zum Steuerstrafrecht


Was muss ich wissen, wenn ich bestmöglich aus dem Strafverfahren herauskommen will?


Genügt ein normaler Strafverteidiger?

Nein. Denn ein Rechtsanwalt, der nur hin und wieder mit dem Steuerrecht zu tun hat, kann Sie nicht optimal verteidigen. Denn bekanntermaßen läuft in Steuerstrafverfahren die schlagkräftigste Argumentation über das Steuerrecht. Und: die Steuerfahnder und die Strafsachenstellen sind steuerrechtlich exzellent ausgebildet. Denen müssen Sie Paroli bieten können! Sie brauchen deshalb beides: einen Strafrechtler und einen Steuerexperten.

Genügt ein Fachanwalt für Steuerrecht?

Schon besser, aber noch nicht optimal, es sei denn, Sie geben sich gerne mit Mittelmaß zufrieden und der Ausgang des Verfahrens ist für Sie nicht so wichtig.

Ein Fachanwalt für Steuerrecht kennt immerhin, im Vergleich zu einem Nur-Rechtsanwalt, die Grundzüge des Steuerrechts, aber dieses Grundlagenwissen ist niemals vergleichbar mit den Detailkenntnissen eines Steuerberaters.

Hinzu kommt, dass Fachanwälte nur seltenst auf der Höhe der aktuellen Steuerrechtslage agieren. Denn Fachanwälte für Steuerrecht sind nur zu 15 Stunden Fortbildung pro Kalenderjahr verpflichtet. Ganz anders der Berufsstand der Steuerberater, der in der täglichen Arbeit mit den Untiefen des Steuerrechts befasst ist und sich dementsprechend auch viel umfangreicher fortbildet.

Kann also nur ein Steuerberater den Steuerfahndern Paroli bieten?

In steuerrechtlicher Hinsicht ja. Ein Steuerberater hat eine langwierige steuerliche Ausbildung absolviert, während ein Fachanwalt für Steuerrecht nur einen mehrwöchigen Kurs besucht hat. Wenn jemand in der Lage ist, den Steuertatbestand als Grundlage des gesamten Strafverfahrens anzugreifen, dann nur ein Steuerberater.

Soll also mein Steuerberater mich verteidigen?

Erfahren Sie, weshalb es besser ist, das langjährige Vertrauensverhältnis zu Ihrem Steuerberater nicht zu belasten:

Begrenzte Verteidigungsbefugnis

Abgesehen davon, dass er mit den strafprozessualen Kniffen kaum vertraut ist, darf ein Steuerberater oder Wirtschafts­prüfer die Steuerstrafverteidigung nur bis zu einem bestimmten Punkt übernehmen: das Gesetz ordnet in § 392 AO an, dass die Verteidigungs­befugnis endet, sobald die Finanzbehörde das Straf­verfahren nicht mehr selbständig durchführt.

Befangenheit

Ihr Steuerberater hat an Ihren Steuer­erklärungen mitgewirkt, die sich nun als unrichtig oder unvollständig herausstellen. Damit ist er nicht unbefangen und je nach Sachverhaltskonstellation mehr oder weniger nah dran am Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Sobald der Steuerfahnder einen Anfangsverdacht gegen den Berater bekommt, wird das Strafverfahren auch gegen den Berater eingeleitet. In dieser Situation kann er kein guter Strafverteidiger seines Mandanten sein.

Schützen Sie Ihren Steuerberater ...

Werden Strafverteidigung und Steuerberatung getrennt, so gibt dies auch Ihrem Steuerberater den bestmöglichen strafrechtlichen Schutz. Andernfalls läuft er Gefahr, zuviel zu sagen und sich selbst zu belasten.

... und bleiben ihm treu.

Nach Abschluss des Strafverfahrens wegen Steuerhinterziehung können Sie das langjährige Vertrauens­verhältnis zu Ihrem Steuerberater unbelastet fortsetzen - unabhängig vom Ausgang des Strafverfahrens.