Info zur Selbstanzeige

Eine Selbstanzeige ist genau genommen eine "Selbstanzeigeerklärung" und bedeutet, dass der Steuerbürger, der bislang etwas gegenüber dem Fiskus verschwiegen hat, von sich aus an das Finanzamt herantritt und den Sachverhalt offen legt und die Steuern mit Zinsen (6% pro Jahr) nachzahlt. Eventuell ist eine "Selbstanzeige - Sonderabgabe" zusätzlich fällig.

Die Selbstanzeige unterscheidet sich von einer "normalen" Steuernacherklärung durch die zusätzlichen Voraussetzungen und die Rechtsfolge.

Wer bei der Selbstanzeige alles richtig macht, geht straffrei aus.

Dies gilt - im Ergebnis - auch für hohe Hinterziehungsbeträge (der seit 2015 geltende § 398a AO macht die Selbstanzeige in diesen Fällen letztlich nur teurer)

Die Vorschriften rund um die Selbstanzeige (geregelt in §§ 371 ff. Abgabenordnung) sind in den letzten Jahren ständig verschärft worden. Es wurde zwischenzeitlich sogar ihre Abschaffung diskutiert.

Vor Abgabe einer Selbstanzeige sind zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen; die Abgabe einer Selbstanzeige war beispielsweise im Jahr 2010 oder davor noch wesentlich leichter. Inzwischen ist der "Beipackzettel" länger geworden.

Was passiert, wenn die Selbstanzeige nicht alle Voraussetzungen erfüllt?

In diesem Falle ist die Selbstanzeige unwirksam.

Sie hätten dem Finanzamt dann die Hinterziehung quasi auf dem Silbertablett präsentiert. Gegen Sie wird ein Steuerstrafverfahren eingeleitet. Es heißt also: Aufpassen!

Allerdings haben Sie die Chance auf eine etwas gemilderte Strafe. Manchmal wird bei der Strafzumessung Ihr gutgemeinter Versuch goutiert. Allzuviel darf man sich hiervon aber nicht erhoffen.

Selbstanzeige - wann lohnt sie sich?

Die Selbstanzeige ist für viele, die reinen Tisch machen wollen, der ideale Weg in die Steuerehrlichkeit.

Es gibt aber auch einzelne Fälle, in denen von einer Selbstanzeige abzuraten ist: nämlich wenn von vornherein fest steht, dass man eine der Voraussetzungen für die Wirksamkeit der Selbstanzeige nicht erfüllen kann.

Es gibt mehrere Wirksamkeitsvoraussetzungen; in dem einen Fall ist die eine, im anderen Fall die andere Voraussetzung "kribbelig".

Beispiel: Eine Voraussetzung ist die kurzfristige Überweisung der nachzuzahlenden Steuern und Zinsen. Falls Sie die hinterzogenen Beträge bereits vollständig ausgegeben haben und die Nachzahlungsbeträge auch nicht kurzfristig - z.B. bei der Familie, Freunden oder der Bank - beschaffen können, macht eine Selbstanzeige keinen Sinn.

Bevor Sie jedoch die Flinte ins Korn werfen, sollten Sie sich den Nachzahlungsbetrag einschließlich Steuernachzahlung, Zinsen und eventuell anfallenden Zusatzkosten (§ 398a AO etc.) ausrechnen lassen.

Je nach Lage des Falles gibt es realistische Chancen auf Straffreiheit oder auf einen guten Abschluss der Vergangenheit. Damit Sie wieder ruhig schlafen können.

100% Erfolgsquote bei Kanzlei Betz

Ich schätze die Erfolgsaussichten richtig ein! Wenn ich in der Vergangenheit zu einer Selbstanzeige zugeraten und diese für den Mandanten abgegeben habe, war die Selbstanzeige in 100% der Fälle zu 100% erfolgreich.

Achtung: Ehepartner! Kinder! Geschäftspartner!

Neben den Wirksamkeitsvoraussetzungen gibt es noch weitere Aspekte, die unbedingt beachtet werden sollten, zum Beispiel:

Die Selbstanzeige wirkt immer nur zugunsten desjenigen, der die Anzeige abgibt.

Häufig sind auch Familienangehörige in die Steuerhinterziehung mit eingebunden, zum Beispiel hat der Sohn immer die unrichtige Steuererklärung für die Eltern vorbereitet oder der Ehepartner wußte, dass Sie schwarz gearbeitet haben und hat die falsche Steuererklärung mit unterschrieben.

In diesen Fällen sollte zunächst einmal der Kreis der Personen, die aus strafrechtlicher (!) Sicht (persönliche Ansichten sind meist abweichend) an der Hinterziehung beteiligt sind, festgestellt werden. Das Strafrecht kennt nicht nur den Täter und Mittäter, sondern auch Gehilfen (Beihilfe) und Anstifter. Und zu beachten ist, dass das Steuerstrafrecht auch eine moralische Beihilfe kennt.

Bei mehreren Beteiligten sollte eine gemeinsame Strategie besprochen werden.

Denn was passiert, wenn z.B. nur der "Haupttäter" eine Selbstanzeige abgibt?

Dann wird von den Strafverfolgungsbehörden nach strafrechtlichen Maßstäben festgestellt, wer noch an der Steuerhinterziehung oder Steuerverkürzung beteiligt war. Gegen die anderen Beteiligten ("Mittäter, Anstifter, Gehilfen") werden dann Strafverfahren eingeleitet. Die Selbstanzeige des Haupttäters hilft ihnen nicht.

Wie immer Ihre Situation gestrickt ist: Frau Betz holt das Beste für Sie heraus. Lassen Sie sich beraten.