Realteilungserlass vom 19.12.2018

In den vergangenen Jahren stand bei der steuerlichen Behandlung von Personengesellschaften, zu denen u.a. ärztliche Gemeinschaftspraxen gehören, kein Thema so im Fokus wie die Realteilung. Nachdem der Bundesfinanzhof (BFH) mit mehreren Urteilen die restriktive Ansicht der Finanzverwaltung verworfen hatte, hat das Bundesfinanzministerium (BMF) kürzlich einen neuen Verwaltungserlass (sog. BMF-Schreiben) veröffentlicht, in dem es erfreulicherweise die vom BFH aufgestellten Realteilungsgrundsätze anerkennt.

Daraus ergeben sich insbesondere für die Gestaltungsberatung neue Möglichkeiten - insbesondere für das Ausscheiden aus einer Freiberuflerpraxis. Andererseits kann es, da nunmehr zwischen einer "echten" und einer "unechten" Realteilung unterschieden werden muss, gerade bei einer "unechten" Realteilung, die als Gesellschafteraustritt mit Sachwertabfindung in das Betriebsvermögen des Austretenden zu verstehen ist, zu nicht gewollten Fehlinterpretationen kommen. Hier ist es wichtig, die aktuellen Entwicklungen der Steuerrechtslage zu kennen, die sich aus der Auffassung der Bundesfinanzverwaltung, der höchsten Steuergerichte und nicht zuletzt der sonstigen steuerlichen Fachliteratur ergeben.

Fazit: Es gibt neue Gestaltungsmöglichkeiten, um steuervergünstigt aus einer Gemeinschaftspraxis auszusteigen - man muss es nur richtig machen.